Man könnte ja fast…
… den Eindruck gewinnen, dass hier alles furchtbar schlecht sei, wenn man von oben beginnt zu lesen und nicht nach dem Alter der Artikel. Nun, dem ist natürlich nicht so. Es ist hmmm…. ja… ok. Nicht schlecht, aber auch nicht das, was man so erwartet hat.
Alte Erfahrungsberichte konnten nicht das halten, was sie mir sugggeriert haben. Nun gut, könnte man mit leben, wenn man nicht das permante Gefühl hätte, sich als 16jähriger in einem Ferienlager zu befinden. Beständig ermahnt von einem Betreuer und lauter lustige Veranstaltungen. Am Samstag gabs ein recht formelles „welcome diner“ mit Anzug und Co. War nett gedacht, bestimmt, aber war halt auch hmmm… ja… ok. Jedes Land durfte sich lustig auf der Bühne präsentieren und lustige Sachen machen, so wie Singen, Tanzen und was man noch so volkstümliches anbieten kann.
Nun bin ich ja halt schon ein alter Mann, wie ich ja doch selbst zugeben muss und mit 30 Jahren will sich bei mir einfach nicht das Gefühl einstellen, dass ich mich dem gerne unterordnen möchte, nach doch etlichen Jahren der eigenständigen Lebensführung.
Ich muss allerdings auch erwähnen, dass meine Wohnsituation echt gut ist. Habe super nette Mitbewohner, mittlerweile ja auch ein paar Plakate an der Wand und es gestaltet sich wohnlich, wenn es natürlich auch kein wirkliches Eigenheim-Flair entwickeln wird…
Aber… hmmm… vielleicht hätte man alles selbst organisieren sollen und nicht das komplette Paket adaptieren, aber irgendwie hat sich das so angeboten. Hat bestimmt alles so seine Vor- und Nachteile, aber ich lebe doch generell ganz gerne mein eigenes Leben…
Die Partykultur hier beschränkt sich auf die wochtägliche Abwechslung der Öffnung von drei Studentenkneipen, die aber auch die komplette Personenkontrolle vollziehen, bevor man Eintritt erhält. Von einem Club in die nächste Kneipe ziehen gibts hier nicht. Växjö ist halt doch sehr klein. Naja, es soll downtown noch ne „Rock-Kneipe“ geben, aber da zahlste dann auch 7-8 Euro fürn Bier, in der Studnick-Kneipe kriegste das halt für 2-3 Euro, auch ein kaltes Jever, wohlgemerkt.
Naja, mal gucken, was noch so passiert. 80.000 Einwohner-Orte rufen halt doch nicht nach der großen Welt, aber dass sie so dermaßen einschränkend sind hätte ich nun nicht erwartet.