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Stockholm – oder warum bin ich nicht da hin?
Was für eine schöne Stadt, beeindruckend, wirklich. Bin immer noch n bisken geflasht. Und frage mich die ganzen Tage schon, warum ich nicht meinen Studienplatz in der Metropole genommen habe, schließlich hatte ich den bereits zugesichert. Aber es sprach doch schließlich alles für Växjö, wenn man die nüchternen Zahlen vergleicht. Weniger Miete, was sich ja mittlerweile als Trugschluss herausgestellt hat; Campus-Uni, also Wohnheime direkt neben den Uni-Gebäuden, gegenüber 40min, die man in Stockholm vom Wohnheim zur Uni mit öffentlichen Verkehrsmitteln braucht, was aber wohl nicht so tragisch sein dürfte, wenn man sich die Stadt mal anschaut, da fährt man doch gerne durch; schließlich die Campus-Pubs mit ihren günstigen Bierpreisen, aber abgesehen vom höheren Eintritt und Bierpreisen (so um 4,50 ois) war ich endlich wieder in nem Club mit guter Musik, schmutzig, dreckig, in einer Unterführung direkt an einer Schleuse und gemischtes Publikum – wie ich das vermisse!
Sind unglaublich viel rumgerannt, haben viel Altstadt gesehen und selbst die Touri-Bootstour quer durch die ganzen Stockholmer Inseln war ne Erfahrung wert und echt gut gemacht.
Waren auch noch in der Absolut Ice-Bar, was nicht unbedingt preisgünstig war, aber durchaus lohnenswert, wenn wir auch noch mehr erwartet hätten. Aber schon witzig, seinen Vodka aus Bechern aus reinem Eis zu trinken, wenn die Dinger auch leicht wegschmelzen, wenn man sie zu lange am Mund hält. Dafür sehen die Polarmäntel aus wie Weihnachtskutten in der falschen Farbe, aber das trübt das Geschmackserlebnis zumindest nicht.
Gotland und Fårö
Waren letztes We mal auf Gotland und haben dabei auch gleich die kleinere aber doch schöneren Nachbarinsel besucht. Geschlafen haben wir im Hostel am Rande von Visby. Sieht recht beschaulich aus, ist es auch, war aber für den Preis wirklich okay. Bis auf den ersten Tag, da gabs Probleme mit der Wasserversorung, es stank nach Schwefel, sprich faulen Eiern. Aber das hat sich dann wieder gegeben. Dafür sind die Insel landschaftlich echt schön und der Trip hat sich mal wirklich gelohnt. Vor allem die Privatführung in der Villa Kunterbunt, weil wir zufällig dem Besitzer über den Weg gerannt sind und er uns mal eben reingelassen hat außerhalb der Saison. Sehr nett. Auch dass er uns dann im Park alleine ließ und weiter seinen Hund spazieren geführt hat….
Unangenehm war aber die Rückfahrt auf der Fähre. Ein schönes Unwetter über der Ostsee, das in einer doch deutlichen Verspätung endete. Außerdem dürfte sich für die Hälfte der Reisenden wohl das Essen nicht gelohnt haben. So auch bei unserer Reisegruppe. War doch sehr unangenehm den Bug so unter Wasser sehen zu gehen und den Horizont auf einmal bei 90° liegen zu haben. Es gibt deutlich angenehmere Seiten im Leben.
1 See, noch einer, einer mehr und wieder einer…
Haben heute nochmal die Sonne genossen, war echt mal sehr angenehm, gute 15° auf einmal, waren doch überrascht. Dachten, wir könnten mal um den Unisee rumrennen, den man auf dem ersten Foto sieht; okay, auch wenn man da nicht wirklich das gute Wetter erkennen kann
Wenn man aber auf das andere Ufer schaut, dann liegt hinter den Bäumen der See Nr.2, den wir 10min später erreicht haben und auf einmal war wieder Sonnenschein und Pulli-Temperatur… Nur leider waren wir da auch schon irgendwo, wo der Wanderweg nicht mehr weiter ging, also mussten wir auf die Schnellstraße umsiedeln, angenehm ist anders. Nur gut, dass ich meine Navigationssoftware gerade nem Update unterzogen habe und das schief ging
Aber wir haben ne nette Schwedin getroffen, die hat uns nen super Wanderweg gezeigt, der in meine Joggingstrecke mündet. Auf dem letzten Bild kann man vielleicht im Hintergrund die leichten Bergzüge erkennen, auf den anderen sieht man die typische Behausung hier abseits der Stadt. Dafür dass ich nur ein paar min frische Luft schnappen wollte und der Spaziergang sich auf drei Stunden verlängert hat dank der leichten Irrtour, war es doch mal echt ganz angenehm in der Natur…
Da wo ich lebe…
… also Växjö, knappe 80.000 Einwanderer, äh, Einwohner. Von je her ein wichtiger Handelspunkt, mit unglaublich vielen Auswanderern, so rum. Könnte man glauben, denn wichtiger Touristen-Anlaufpunkt ist das Auswandererhaus. Eine Sehenswürdigkeit sondergleichen… also wahrscheinlich.
Nun ja, egal, hier wollte ich ja mal einfügen, wo ich mich denn hier befinde und wie das Campusgelände so ausschaut…
So, mal die an Wasser nicht so ganz arme Umgebung
Da unten, in dem kleinen abgehängten Ortsteil, da befindet sich die Universität, und auch alles was zum Campus gehört, wie die ganzen Studentenwohnheime, diveres Cafes, Shops, ne Pizza-Bude usw.
Die Organisation ist halt zum Teil echt hilfreich, wenn man sogar Karten und co für den Campus bekommt, also so gut illustriert wie hier.
Das Lyan 61 ist unten in der Mitte, knapp über dem Rondell zu finden. Eingebettet in weitere Studentenwohnheime, aber doch echt deutlich am besten. Hab mittlerweile die meisten Wohnheime erlebt und hier lebt es sich schon ganz gut.
Man ist ganz gut auf dem Campus postiert und zu den Anderen im Stallvägen ist es auch nicht so ewig weit, damit kann man schon leben…
Und von Außen schaut es auch nicht aus wie der typische Blockbau, ist halt noch alles recht grün gehalten, wenn auch doch schon ganz gut gedrängt in der Bauweise…

Und natürlich kann man das ganze mit google maps auch noch etwas interaktiver gestalten
Man könnte ja fast…
… den Eindruck gewinnen, dass hier alles furchtbar schlecht sei, wenn man von oben beginnt zu lesen und nicht nach dem Alter der Artikel. Nun, dem ist natürlich nicht so. Es ist hmmm…. ja… ok. Nicht schlecht, aber auch nicht das, was man so erwartet hat.
Alte Erfahrungsberichte konnten nicht das halten, was sie mir sugggeriert haben. Nun gut, könnte man mit leben, wenn man nicht das permante Gefühl hätte, sich als 16jähriger in einem Ferienlager zu befinden. Beständig ermahnt von einem Betreuer und lauter lustige Veranstaltungen. Am Samstag gabs ein recht formelles „welcome diner“ mit Anzug und Co. War nett gedacht, bestimmt, aber war halt auch hmmm… ja… ok. Jedes Land durfte sich lustig auf der Bühne präsentieren und lustige Sachen machen, so wie Singen, Tanzen und was man noch so volkstümliches anbieten kann.
Nun bin ich ja halt schon ein alter Mann, wie ich ja doch selbst zugeben muss und mit 30 Jahren will sich bei mir einfach nicht das Gefühl einstellen, dass ich mich dem gerne unterordnen möchte, nach doch etlichen Jahren der eigenständigen Lebensführung.
Ich muss allerdings auch erwähnen, dass meine Wohnsituation echt gut ist. Habe super nette Mitbewohner, mittlerweile ja auch ein paar Plakate an der Wand und es gestaltet sich wohnlich, wenn es natürlich auch kein wirkliches Eigenheim-Flair entwickeln wird…
Aber… hmmm… vielleicht hätte man alles selbst organisieren sollen und nicht das komplette Paket adaptieren, aber irgendwie hat sich das so angeboten. Hat bestimmt alles so seine Vor- und Nachteile, aber ich lebe doch generell ganz gerne mein eigenes Leben…
Die Partykultur hier beschränkt sich auf die wochtägliche Abwechslung der Öffnung von drei Studentenkneipen, die aber auch die komplette Personenkontrolle vollziehen, bevor man Eintritt erhält. Von einem Club in die nächste Kneipe ziehen gibts hier nicht. Växjö ist halt doch sehr klein. Naja, es soll downtown noch ne „Rock-Kneipe“ geben, aber da zahlste dann auch 7-8 Euro fürn Bier, in der Studnick-Kneipe kriegste das halt für 2-3 Euro, auch ein kaltes Jever, wohlgemerkt.
Naja, mal gucken, was noch so passiert. 80.000 Einwohner-Orte rufen halt doch nicht nach der großen Welt, aber dass sie so dermaßen einschränkend sind hätte ich nun nicht erwartet.
Bitte sperren Sie sich selbst ein…
… und ein herzliches Willkommen in Schweden!
Bitte denken Sie daran ihre nonkonforme Identität zusammen mit ihrem Leben abzugeben.
Beachten Sie bitte ebenfalls die drei obligatorischen und verpflichtenden Veranstaltungen zur Instruktion in selbstständige Haushaltsführung und die ebenfalls lebensrettenden Hilfen der Polizei, falls sie sich nicht in Gewahrsam wiederfinden möchten.
Wir haben bereits ihren detailliert ausgearbeiteten Putzplan in ihrer Wohnung, pardon, ihrem DDR-Jugendknast-Appartment, für die Ewigkeit platziert.
Es ist wichtig, dass Sie dabei äußerst penibel vorgehen. Um Fehler zu vermeiden haben wir eine sorgfältigst ausgearbeitete Anleitung zur Verfügung gestellt. Diese haben Sie natürlich nach Ableistung Ihrer Unterschrift zu befolgen. Einen freiwilligen Interpretationsrahmen können wir hier leider nicht zugestehen.
Doch nicht nur die Reinlichkeit ist von äußerster Wichtigkeit, es ist ebenso notwendig, dass das Verhalten innerhalb eines Korridors sitsam und gesellschaftsverträglich gestaltet wird. Um Missverständnissen und kulturelllen Unterschieden vorzubeugen, gibt es einen Leitfaden für das noch nahezu human gestaltete Zusammenleben.
Anbei erhalten Sie unser Informationspaket zum linientreuen Verhalten in Schweden.
Wie Sie wahrscheinlich bereits wissen, ist es unter schwedischen Studenten sehr üblich, sich gegenseitig „zu verpfeifen“, wenn der Verdacht eines Betruges während einer Prüfung naheliegt. Um sich nicht einem solchen Verdacht auszusetzen, ist die Befolgung unseres Verhaltenkataloges die beste Möglichkeit dies zu vermeiden. In unserem mehrseitigen Handbuch finden Sie alle notwendigen Hinweise und Regularien. Wir empfehlen dieses akribisch auswendig zu lernen.
Es ist in Schweden nicht üblich Alkohol in der Öffentlichkeit zu konsumieren und neben den Gesetzen der Höflichkeit auch verboten. Sollten Sie mit Alkohol aufgegriffen werden, so hat die Polizei das verankerte Recht, Sie über Nacht zur eigenen Sicherheit in einer Ausnüchterungszelle festzuhalten. Mehr dazu erfahren Sie auch auf der Einführungsveranstaltung der Polizei.
Selbstverständlich ist der Alkoholkonsum auch nicht im nächtlichen Schlange stehen vor den Studenten-Nachtclubs erlaubt. Eigener Alkohol wird hier generell nicht gerne gesehen.
Wenn auch der „Cue Act“ für das geordnete Schlange stehen noch nicht endgültig verfasst ist, so ist es doch ratsam sich ordentlich in eine Warteschlange einzuordnen, da dies in Schweden nahezu rechtstaatlich verbrieft ist. Sollte Sie sich unsicher sein, ob Sie sich richtig in line gebracht haben, dann wird kein Einheimischer jemals müde da mit Rat und Tat beseite zu stehen
Nach der als freiwillig empfundenen Befolgung all unserer Anmerkung sollten Sie sich schnell einfinden und wir sagen daher:
Herzlich Willkommen in Schweden!
Neue Anschrift – für Präsente und Beileidsbekundigungen
Lyan 61:209
35252 Växjö
Sweden
´N Blog, wie originell, nech…
ich weiß, macht jeder, ist aber auch am einfachsten, also mach ich das auch, da nicht jeder studivz hat, um sich bilder anzusehen, bzw. man da schlecht ellenlange texte schreiben kann – oder myspace, wo man das könnte, aber sich auch anmelden muss. dem gegenüber ist so´n frei verfügbarer blog doch echt einfach. also ruhig ab und zu mal checken, wenn ihr an meinem unglaublich interessanten leben interessiert seid
aber darüber hinaus hab ich nicht nur mein leben online gestellt, sondern auch mal n paar alte kolumnen und so, die zum teil mal irgendwo veröffentlicht wurden. da pack ich die tage noch n bisken mehr mediales zeug online, wenn ich etwas mehr zeit habe…






































































